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Schwimmverband NRW, 15.07.08,
von Elke Rüdiger
(Haltern) Ohne Fleiß, kein Preis! Und daher haben Hendrik,
Felix, Jannik, Sophie, Lotta, Alina, Luca und Miriam zwei Wochen
richtig geackert. Mit ihnen zusammen ihre beiden ausgebildeten Übungsleiter
des Schwimmvereins (SV) Haltern, Jonas Oelmann und Timo Große-Geldermann.
Am Freitag strahlten alle, denn Gertrud Oelmann, SV-Geschäftsführerin,
überreichte den Teilnehmern Urkunden. Jonas Oelmann (14) und
Timo Große-Geldermann (16) haben die Kinder in (Rücken-)
Schwimmen unterrichtet und am Brustschwimm-Stil gearbeitet.
Im Rahmen der landesweiten Initiative "QuietschFidel
- ab jetzt für immer: Schwimmer!" wurde "NRW
kann schwimmen" ins Leben gerufen, um die Zahl der nicht schwimmenden
Schüler zu verringern. In den letzten Jahren zeigten Studien,
dass immer weniger Kinder schwimmen können: Inzwischen gibt
es schon 30 % Nichtschwimmer in der Altersgruppe bis 14 Jahre. Bei
Kindern und Jugendlichen wird zudem immer häufiger der "Tod
durch Ertrinken" als Todesursache genannt. Den tragischen Umstand
wollte auch das Schulministerium stoppen.
Pilotprojekt startete erfolgreich
Freude für das Bewegen im Wasser steigern
Das Pilotprojekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung
"NRW kann schwimmen!" ist in den beiden ersten Wochen
der Sommerferien erfolgreich gestartet. Das Ferienangebot richtet
sich an Schüler der 4. bis 6. Klassen und hat eine Laufzeit
bis 2011. In diesem Jahr haben der Schwimmverband NRW, die DLRG
Landesverbände, die DRK Wasserwacht, der Bundesverband für
Aquapädagogik und der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister
an rund 40 Standorten zusammen über 120 Schwimmkurse durchgeführt.
Jeder Kurs wurde mit 250 Euro bezuschusst, so dass die Kursgebühr
für die angemeldeten Kinder bei lediglich 10 Euro lag. Dafür
erhielten die Schüler ein qualifiziertes zehnstündiges
Schwimmangebot.
Das Projekt ist Teil der Vereinbarung "Schwimmen lernen und
schwimmen können - gut und sicher!" und zielt darauf ab,
die Zahl der noch nicht sicher schwimmenden Kinder und Jugendlichen
zu reduzieren, die Freude und Motivation für das Bewegen und
Üben im Wasser nachhaltig zu steigern.
Auch in Haltern nahmen Jungen und Mädchen daran teil, weitere
Interessierte stehen schon Schlange. Diese konnten, so Gertrud Oelmann,
in Einzelunterricht vermittelt werden bzw. starten zum Ende der
Ferien mit Schwimmkursen. Im nächsten Jahr werde der SV wieder
mitmachen. Vielleicht sei es dann möglich, mehrere Kurse anzubieten
und sogar die Herbstferien für Intensivangebote mit ins Angebot
zu nehmen.
Für Kinder jeden Alters ist der Umgang mit dem "nassen
Element" ein wahres Vergnügen. Der frühe vertraute
Umgang mit Wasser nimmt ihnen die Scheu und lässt sie zu sicheren
Schwimmern werden. Kinder fühlen sich stark, fit und können
im Vertrauen auf die eigenen Kräfte Gefahrensituationen im
Wasser und im Alltag leichter begegnen.
Fotostrecke unter: www.halterner-zeitung.de
www.sv-haltern.de
Spielerisch die Freude an Bewegung wecken
Drei Fragen an Franz-Josef Berheide
Das Schulministerium hat das Projekt "NRW kann schwimmen"
eingestielt, weil "viele Schüler Nichtschwimmer"
seien. Elke Rüdiger sprach mit Franz-Josef Berheide von der
Alexander-Lebenstein-Realschule, ob dies auch für Haltern zutrifft.
Ist dieser Trend an Ihrer Schule festzustellen?
Franz-Josef Berheide: Ja. Wahrscheinlich
nicht so stark wie in Städten ohne Hallenbad! Problematisch
ist, dass wir uns im Schwimmunterricht mit den 95% Schwimmern beschäftigen
müssen und nicht gleichzeitig verschiedene Schwimmarten, Rettungsverhalten...
mit den Nichtschwimmern trainieren können. Ursachen für
die Zunahme von Nichtschwimmern können sein: Weniger Eltern
gehen früh und regelmäßig mit ihren Kindern schwimmen,
Zunahme von Allergien aller Art, Spaß an Bewegung lässt
nach.
Wie geht die Schule mit dem Problem um?
Berheide: Wir versuchen auf spielerische
Art, bei den Jüngeren die Freude an Bewegung nicht nur im Wasser
zu erhalten bzw. zu wecken: Teilnahme am Schultriathlon als Anreiz,
Gespräche mit Eltern, freiwillige Nachmittagsangebote für
Nichtschwimmer in einer guten Zusammenarbeit mit Hallenbad und Schwimmverein.
Was muss wer tun, um dem Trend entgegenzuwirken?
Berheide: Der dreistündige
Pflichtunterricht in Sport in der Schule muss erhalten bleiben,
kleinere Gruppen (mehr Fachkräfte) von Seiten der Schulaufsicht,
Eltern mehr in die Pflicht nehmen. Der Schulträger (Stadt)
unterstützt die Schulen in der Möglichkeit, schwimmen
zu gehen: Busse für Fahrten zum Hallenbad werden gestellt.
Überhaupt -wir haben noch ein Hallenbad. Langfristig wird es
mehr Nachmittagsunterricht (Ganztagsschule) geben. Das greift in
den Vereinssport hinein, der sich dann umstellen muss. An der Realschule
wird der verbindliche Schwimmunterricht in den Klassen 5 und 6 im
geforderten Umfang erteilt. Darüber hinaus gehen wir mit den
meisten anderen Jahrgängen im Wechsel schwimmen, weil wir mehr
Hallenraum benötigen als uns zur Verfügung steht.
Elke Rüdiger
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