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Lukas Nattmann
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Eindrucksvolle Erfolge aber auch großes Pech prägten
in diesem Jahr die Schwimmkarriere von Lukas Nattmann (SG
Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen). Im Juni wurde der am
28. Februar 1992 in Mönchengladbach geborene Schüler
des Wuppertaler Carl-Fuhlrott-Gymnasiums in Berlin Deutscher
Jahrgangsmeister über 200m Schmetterling und gewann
dazu die Silbermedaille über 100m Schmetterling, womit
er sich für die Jugend-Europameisterschaften in Helsinki
qualifizierte.
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Knappe vier Wochen später verletzte sich Lukas an gleicher
Stelle bei den Offenen Deutschen Meisterschaften beim Einschwimmen,
als ihm eine Schwimmerin unglücklicherweise auf den Kopf
sprang und er sich einen Trommelfellriss zuzog. Eine längere
Trainingspause war die Folge. "Das war eine ganz blöde
Kiste. Ich hatte mich bis dahin sehr gut vorbereitet. Der Trainingsausfall
wegen des Trommelfellrisses zog sich aber leider eine Weile hin.
Für das verletzte Ohr musste eigens ein Stopfen angefertigt
werden, was ebenfalls einige Zeit kostete. Von einer optimalen
JEM-Vorbereitung konnte so keine Rede mehr sein. Das war auch
eine nervliche Belastung. Schließlich hatte ich ein Jahr
lang auf die JEM hingearbeitet", erinnert sich Lukas
an seine schwärzesten Stunden im Jahr 2010, was das Schwimmen
angeht.
Seinen Traum von einem JEM-Finale konnte sich Lukas unter diesen
Umständen leider nicht erfüllen. In seinen drei Einzelrennen
in Helsinki über 100 und 200m Schmetterling, sowie über
100m Rücken schied er jeweils im Vorlauf aus. "Mit
einer besseren Vorbereitung hätte das ganz anders laufen
können", glaubt Lukas. Das man ihn aber durchaus
als ein "Stehaufmännchen" bezeichnen kann, bewies
er bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften Mitte November in
Wuppertal. Über 200m Schmetterling erreichte er das A-Finale,
in dem er Platz acht belegte.
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Lukas Nattmann
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Darüber hinaus stand er über 100 und 200m Rücken,
sowie über 100m Schmetterling im B-Finale, wo er über
100m Rücken und 100m Schmetterling jeweils als Fünfter
anschlug und über 200m Rücken Vierter wurde. Mit
1:59,90 Minuten (200m Rücken) und 1:59,62 Minuten (200m
Schmetterling) blieb er dabei erstmals bei diesen Strecken
unter der Zweiminutenmarke. "Das war schon eine
Hausnummer. Überhaupt war die Kurzbahn-DM ein großer
Schritt in meiner Entwicklung", sagt Lukas.
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Sportarten hat Lukas Nattmann früher einige ausprobiert.
Er hat Erfahrungen mit Judo, Badminton, Leichtathletik und Basketball
gemacht, hätte aber auch gerne Handball und Volleyball gespielt.
Im Fernsehen sieht er in der Hauptsache gerne Schwimmen, aber
auch alles, wo eine deutsche Nationalmannschaft beteiligt ist.
Seine ersten Schritte im Wasser machte Lukas Nattmann, der bei
Bayer Wuppertal in der ersten Trainingsgruppe von Farshid Shami
trainiert, im Alter von vier Jahren bei der DLRG im niederrheinischen
Willich, wo er auch heute noch wohnt.
War dort das Schwimmen mit einem Aufwand von einer Stunde wöchentlich
noch mehr Spaß, änderte sich das, als er mit elf Jahren
zum SV Bayer Uerdingen kam und Schwimmen für ihn zum Leistungsport
wurde. 2006 wechselte Lukas den Bayer-Standort und gehört
seit dem der Wuppertaler Schwimmabteilung an. Das er täglich
von Willich nach Wuppertal zum Training und zur Schule fahren
muss, nimmt Lukas gerne auf sich. Rund vierzig Minuten benötigt
er für eine Strecke (ca. 60 Kilometer).
Seit er achtzehn ist fährt er selbst mit dem Auto, davor
chauffierten ihn seine Eltern. "Ich bin wohl derjenige
in meiner Trainingsgruppe, der morgens als erster aufsteht und
abends als letzter wieder zu Hause ist", schmunzelt Lukas
Nattmann. Wenn er, wie geplant im nächsten Jahr nach dem
Abi in Wuppertal studiert, kann er sich vorstellen auch dort seinen
Wohnsitz zu nehmen. Bisher kennt er sich in der Stadt nicht aus.
"Ich kenne von Wuppertal nur den Weg von der Schwimmhalle
zu Mc Donalds und Burger-King", gibt Lukas zu.
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Was er genau studieren will, weiß er noch nicht,
kann sich aber vorstellen, dass es in den Bereich Naturwissenschaften
und Bio-Chemie geht. Die bevorzugten Schwimmdisziplinen
von Lukas Nattmann sind Schmetterling und Rücken und
hier besonders die 200 Meterstrecken. "Mir gefällt
es aber, ab und an mal eine andere Lage auszuprobieren.
Vor allem, wenn man sie lange nicht geschwommen ist. Wenn
man dann seine Bestzeiten um vier, fünf Sekunden verbessern
kann, ist das eine witzige Sache. Mit Rücken und Schmett
als Hauptlagen bin ich aber gut bedient", sagt
Lukas.
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Lukas Nattmann
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In diesen Lagen feierte er auch seine größten Erfolge.
Er ist vielfacher SV NRW-Jahrgangsmeister, wobei er seinen ersten
Landestitel (200m Rücken) 2004 in seinem ersten Jahr bei
Bayer Uerdingen holte. Bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften
sammelt Lukas Nattmann seit vier Jahren Titel. Bei seinen ersten
Deutschen Meisterschaften 2006 waren es gleich drei Stück
(50, 100, 200m Rücken).
Insgesamt wurde er bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften sechsmal
mit Gold dekoriert, wobei er seinen ersten Sieg in einer Schmetterlingdisziplin
erst in diesem Jahr über 200m feierte. Davor war er immer
über Rücken Schnellster seines Jahrgangs. Im SV NRW
gehört er dem Perspektivkader an, für 2011 hat er den
Aufstieg ins NRW-Top-Team angestrebt. "Auf nationaler
Ebene ist es mein kurzfristiges Ziel, mich langsam an die Nationalmannschaft
heranzuschleichen. Langfristig ist die Teilnahme an Olympischen
Spielen ein Ziel. Dafür werde ich hart trainieren",
sagt Luks zu seinen Plänen.
Sportliche Vorbilder hat der Liebhaber von Fleisch, Nudeln, Pizza
und üblichem Fast-Food keine. "Ich versuche möglichst
selbst alles perfekt durchzuziehen, was aber nicht immer gelingt.
Es gibt aber Leute, die gefallen mir von ihrem Auftreten her,
wie beispielsweise Diskus-Weltmeister Robert Harting, wobei ich
seine kuriosen Andeutungen zu Dopingopfern in der DDR aber nicht
teile", erzählt Lukas. Hobbys neben dem Schwimmen
hat Lukas Nattmann ebenfalls keine. "Mein Hobby ist das
Schwimmen. Daher kann ich mich auch nicht beschweren, dass ich
für andere Sachen keine Zeit habe", erklärt
Lukas, der ehrgeizige und von sich selbst überzeugte Menschen
mag, undankbare Zeitgenossen aber gar nicht ausstehen kann.
Peter Kuhne