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Lisa Marie Köhnen
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Schaut man sich ältere Wettkampfprotokolle an, erscheint
die Schwimmein, von der hier die Rede ist, immer mit dem
Vornamen Lisa. Das änderte sich im Jahr 2006, da wurde
aus der Lisa plötzlich Lisa Marie. Wie das kommt, erklärt
Lisa Marie Köhnen, die wir hier näher vorstellen
wollen so: "Als ich letztes Jahr zur SG Bayer nach
Wuppertal wechselte, kam mein Trainer Henning Lambertz darauf,
dass ich eigentlich Lisa Marie heiße.
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Da es in meiner Trainingsgruppe mit Lisa Mareike Pohl eine weitere
Schwimmerin mit zwei Vornamen gab, hat er entschieden uns künftig
nur beim Doppelnamen zu nennen". So einfach ist das. Lisa
Marie Köhnen wurde am 01.10.1991 in Köln geboren und
wohnt in Quadrath-Ichendorf, einen Steinwurf von der Michael-Schumacher-Kartbahn
in Kerpen entfernt. Schwimmsport betreibt sie seit ihrem sechsten
Lebensjahr und zwar zunächst für die Farben des 1. FC
Quadrath-Ichendorf. In diesem Verein ist auch Lisa Maries Bruder
Tim zu Hause. Den Anstoß zum Schwimmen bekam Lisa Marie
durch ihre Mutter, die eine erfolgreiche Wasserballerin war. "Meine
Mutter hat mich als Kind immer zu Wasserballturnieren mitgenommen.
Durch sie habe ich den Spaß am Schwimmen entdeckt",
sagt Lisa Marie.
Ihre Mutter Heike Köhnen ist auch heute noch dem Wasserball
stark verbunden. Im DSV ist sie als Managerin für die Frauen-Nationalmannschaft
tätig. Obwohl Wasserball im Hause Köhnen eine große
Rolle spielt (auch Vater Harald jagt gelegentlich dem gelben Ball
hinterher und auch Bruder Tim hat bereits Wasserball-Erfahrungen
sammeln können) ist Wasserball für Lisa Marie Köhnen
kein Thema. "Ich habe das zwar mal ein bisschen probiert,
aber festgestellt, dass das nichts für mich ist.
| Mir ist das Bahnenziehen lieber, als mich im
Becken um einen Ball zu kloppen", stellt Lisa Marie klar.
Das Schwimmen als Leistungsport betreibt sie seit dem zwölften
Lebensjahr. Aus diesem Grund hat sie sich auch von ihrem Pferd
getrennt. Im Jahr 2006 verließ sie nach einigen sportlich
erfolgreichen Jahren den 1. FC Quadrath-Ichendorf und schloss
sich der Wuppertaler Fraktion der SG Bayer Wuppertal/ Uerdingen/
Dormagen an. |

Lisa Marie Köhnen
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Noch im Schwimmdress von Quadrath-Ichendorf feierte Lisa Marie
allerdings ihre bis Dato größten Erfolge. 2005 wurde
sie bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin über
mehrere Strecken Vierte. 2006 gewann sie dann den SV-NRW-Jahrgangstitel
über 800m Freistil und was noch mehr glänzt auch die
Goldmedaille über diese Strecke in der offenen Klasse. Das
alles fand im Frühjahr des Jahres 2006 statt. Der Rest des
Jahres 2006 war für Lisa Marie nicht mehr von Erfolg gekrönt.
"Es lief gar nichts mehr. Da ging alles in die Hose, was
in die Hose gehen konnte", sagt Lisa Marie zu einem der bisher
dunkelsten Kapitel ihrer Karriere.
In Quadrath-Ichendorf kam sie nicht mehr zu recht. "Das
Umfeld stimmte nicht mehr, zudem war ich faul und hatte keine
Lust zu trainieren. Ich machte grundsätzlich alles anders,
als das was mein Trainer sagte", gibt Lisa Marie freimütig
zu. Die Quittung kam probt bei den Wettkämpfen. Eine Lisa
Köhnen tauchte in den Siegerlisten des zweiten Halbjahres
2006 nicht mehr auf. Die Wende erhoffte sie sich vom Wechsel vom
Rhein an die Wupper zu Henning Lambertz.
"Ich wollte zu einem großen Verein, wo auch Leute
sind, die schon bei Europa- und Weltmeisterschaften geschwommen
sind und die daher Erfahrung haben. Von dieser Erfahrung will
ich profitieren", nennt Lisa Marie den Hauptgrund für
ihren Tapetenwechsel. Hierfür nimmt sie einem gewaltigen
Aufwand in Kauf, denn sie wohnt noch in Quadrath-Ichendorf und
besucht auch in Kerpen-Horrem die neunte Klasse der Mädchenrealschule,
die sie im nächsten Jahr ohne dass sie jetzt schon einen
nachfolgenden Berufswunsch nennen kann, abschließt.
Frühtraining kann sie aus Zeitgründen in Wuppertal
nicht absolvieren. Dafür Grund genießt sie Gastrecht
beim SV Rhenania Köln, wo sie zweimal wöchentlich im
Leistungszentrum Köln am Frühtraining teilnimmt. Anschließend
geht es zurück nach Kerpen zur Schule, danach fährt
sie mit dem Zug nach Wuppertal zum Training im dortigen Leistungszentrum
Küllenhahn. Um 19.00 Uhr macht sie sich dann wieder mit dem
Zug auf den Weg nach Köln, wo sie am Hauptbahnhof abgeholt
wird. Vor 21.00 Uhr ist sie außer Mittwochs nie zu Hause.
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Lisa Marie Köhnen
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Dieses Pensum nimmt sie aber gerne in Kauf. "Ich motiviere
mich für diesen Aufwand durch die Ziele, die ich mir
gesetzt habe", sagt Lisa Marie. Und diese Ziele sind
hochgesteckt. Die Olympischen Spiele 2012 in London sollen
möglichst mit Lisa Marie Köhnen stattfinden. Mit
derzeit durchschnittlich neun Trainingseinheiten pro Woche
setzt sie momentan den Grundstein für ihren großen
Traum. Ihre Lieblingsdisziplinen sind die 400 und 800m Freistil,
sowie die 400m Lagen.
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Als ihr Vorbild nennt die Rheinländerin Franziska van Almsick
und den Amerikaner Michael Phelps. "So erfolgreich möchte
ich auch gerne mal sein", sagt sie. Das sie für ihren
Traum noch hart arbeiten muss, ist Lisa Marie ganz klar bewusst.
"Ich habe 2006 vielleicht ein bisschen wenig trainiert. Aber
seit dem Trainingslager über Ostern mit Bayer bin ich richtig
aufgeblüht. Seitdem kann ich es kaum erwarten, zum Training
zu gehen. Das liegt auch daran, dass ich in Wuppertal die beste
Trainingsgruppe gefunden habe, die ich je hatte", gerät
Lisa Marie ins Schwärmen über ihre neu entdeckte Motivation.
Es ist ihr zu wünschen, das es so bleibt. Bei ihrem gewaltigen
Aufwand, den sie betreibt, bleibt ihr unter der Woche keine Zeit
für Hobbys. Wenn es ihr möglich ist, kommuniziert sie
im Internet mit ihren Freunden. Und wenn sie mal Samstags keinen
Wettkampf hat, geht sie auch gerne mit ihrer Mutter shoppen. "Da
können wir schön tratschen und finden auch meist etwas
schönes zum kaufen", schmunzelt Lisa Marie.
Überhaupt ist es ihre Familie und insbesondere ihre Mutter,
die das Umfeld schaffen, damit sie Wohnort und Schule in Kerpen,
sowie Training in Wuppertal miteinander verbinden kann. "Ohne
sie wäre das alles nicht möglich, dafür bin ich
unheimlich dankbar", sagt die eigentlich immer gut gelaunte
Lisa Marie, die Tortellini als ihre Lieblingsspeise nennt, an
einem Stück Schokolade aber ebenfalls nicht gerne vorübergeht.
Peter Kuhne